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D: Erzbistum Freiburg bietet KI-Check für Wähler an

Kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März geht das Erzbistum Freiburg innovative Wege in der politischen Bildung. Mit einem digitalen „Wahlkompass“ können Wähler ab sofort prüfen, wie die Programme der Parteien mit der katholischen Soziallehre übereinstimmen. Das Herzstück des Angebots ist ein KI-gestützter Chatbot, der komplexe Wahlprogramme analysiert – aber eine entscheidende Antwort verweigert.

Das Erzbistum Freiburg betonte bei der Vorstellung am Dienstag, dass das Tool explizit keine Wahlempfehlung ausspreche. Vielmehr gehe es darum, Transparenz zu schaffen. Nutzer können politische Positionen zu Kernthemen wie Menschenwürde, sozialer Gerechtigkeit, Solidarität und dem Subsidiaritätsprinzip hinterfragen. Das System vergleicht dabei die offiziellen Landtagswahl- und Grundsatzprogramme der Parteien mit den zentralen Prinzipien der kirchlichen Sozialverkündigung.

KI als Moderator für den Perspektivwechsel

Entwickelt wurde der Wahlkompass vom Referat „Kirche in Gesellschaft und Politik“ in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Medienkommunikation. Er ist Teil der breit angelegten „Initiative Demokratie“ des Erzbistums. „Das Tool soll Nutzerinnen und Nutzer dazu anregen, eigene Vorstellungen über kirchliche Positionen zu politischen Parteien zu hinterfragen“, erklärt Referatsleiterin Hannah Biller.

Dabei setzt das Bistum auf den Überraschungseffekt: Oftmals würden Übereinstimmungen oder Differenzen sichtbar, die man so nicht erwartet hätte. Der KI-Chatbot fungiert dabei als neutraler Informationsvermittler, der auch bei provokanten Fragen wie „Wen würde Jesus wählen?“ standhaft bleibt und keine Parteipräferenz ausgibt.

Christliche Werte im politischen Diskurs

Das Angebot richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger, die ihre Wahlentscheidung auf ein Fundament christlicher Werte stellen möchten oder nach einer moralischen Einordnung politischer Forderungen suchen. In Zeiten von politischer Polarisierung möchte die Kirche damit einen Beitrag zur Versachlichung und zur demokratischen Auseinandersetzung leisten.

Der Wahlkompass ist ab sofort kostenlos und ohne Registrierung auf der Webseite des Erzbistums unter www.ebfr.de/wahlkompass zugänglich. Die Landtagswahl in Baden-Württemberg findet am Sonntag, den 8. März 2026, statt.

(pm/kna - mg)

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17. Februar 2026, 13:14