Die Schweizer Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Manuela Leimgruber, und Papst Leo XIV. Die Schweizer Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Manuela Leimgruber, und Papst Leo XIV. 

Schweizer Botschafterin würdigt Friedensthematik von Leo XIV.

In einem Statement für die vatikanischen Medien geht die Schweizer Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Manuela Leimgruber, auf die Ansprache von Papst Leo XIV. ein, die das katholische Kirchenoberhaupt am Freitagmorgen beim Neujahrsempfang für den diplomatischen Korps hielt.

Botschafterin Manuela Leimgruber - Vatikanstadt

Am 9. Januar empfing Papst Leo XIV. das diplomatische Corps zum traditionellen Neujahrsempfang. Gespannt erwartete ich seine Rede, das Herzstück des Empfangs.

Die Friedensthematik nahm einen wichtigen Platz in seiner Rede ein. Der Papst knüpfte an seine Botschaft zum 59. Weltfriedenstag vom 1. Januar an. Neu war für mich, welch starken Akzent der Papst auf die Geschichte und damit die Erinnerungskultur legte. Was können und sollen wir aus der Geschichte lernen und warum ist es wichtig, die Erinnerungskultur zu pflegen? Nur wenn wir unsere Vergangenheit kennen, können wir begangene Fehler, welche etwa zum 2. Weltkrieg geführt haben, verhindern. Leo XIV. unterstrich die Bedeutung der UNO und des Völkerrechts, beide entstanden respektiv wurden gestärkt nach dem 2. Weltkrieg, um zukünftige Konflikte zu verhindern, fundamentale Rechte zu gewähren und nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten.

Friedensarbeit, Multilateralismus und die Einhaltung und Weiterentwicklung von Völkerrecht sind zentrale Elemente der Schweizer Außenpolitik. Die Schweiz teilt die Auffassung von Papst Leo XIV., dass der Multilateralismus Plattformen für Dialog schafft. Dialog ist der einzige Weg, um Konflikte zu lösen und zukünftigen Konflikten vorzubeugen. Dialog schafft Vertrauen, fördert Verständnis und Empathie.

Eine solche Dialogplattform bietet auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) an, welche die Schweiz dieses Jahr präsidiert und in welcher auch der Heilige Stuhl ein Gründungsmitglied ist. Ich freue mich besonders, dass die Rede von Leo XIV. sämtliche Elemente enthält, welche die Schweiz in den fünf Zielen für ihre OSZE-Präsidentschaft formuliert hat: 1. Helsinki-Prinzipien für einen dauerhaften Frieden in Europa, 2. inklusive multilaterale Diplomatie, 3. sicherer und humaner Umgang mit neuen Technologien, 4. Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte sowie 5. die Handlungsfähigkeit der OSZE stärken.

Bei der persönlichen Begrüßung konnten wir uns kurz darüber austauschen. Zudem habe ich Papst Leo XIV. für seine Anteilnahme und Gebete für die Opfer der Tragödie im Schweizer Ferienort Crans-Montana gedankt. Am Tag des Neujahrsempfangs im Vatikan fand in der Schweiz der nationale Trauertag in Gedenken an diese Opfer und deren Familien statt.

(vatican news - mg)

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10. Januar 2026, 11:49