Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin (links) und Bischof Czeslaw Kozon, Bischof von Kopenhagen und seit 2015 Vorsitzender der Nordischen Bischofskonferenz, bei Jubiläumsfeierlichkeiten zum Beginn der Mission des Heiligen Ansgar vor 1.200 Jahren in Kopenhagen - Foto: Marco Chwalek / Erzbistum Hamburg Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin (links) und Bischof Czeslaw Kozon, Bischof von Kopenhagen und seit 2015 Vorsitzender der Nordischen Bischofskonferenz, bei Jubiläumsfeierlichkeiten zum Beginn der Mission des Heiligen Ansgar vor 1.200 Jahren in Kopenhagen - Foto: Marco Chwalek / Erzbistum Hamburg  (Marco Chwalek / Erzbistum Hamburg)

Bischöfe zu Ansgarjubiläum: Feiern und Sorge

In Dänemark wird der Beginn der Christianisierung durch das Wirken des Heiligen Ansgars vor 1.200 Jahren gefeiert. Ansgar, der als Apostel des Nordens gilt, wurde um 801 im heutigen Nordfrankreich geboren und wirkte als benediktinischer Missionar in Dänemark und Schweden. 831 wurde er zum ersten Erzbischof von Hamburg ernannt. Zur Feier vor Ort war auch der jetzige Hamburger Erzbischof, Stefan Heße. Außerdem berichtet uns der Bischof von Kopenhagen, Czeslaw Kozon.

Marco Chwalek - Kopenhagen/ Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt

Hamburgs Erzbischof Stefan Heße berichtet von vielen Begegnungen mit der katholischen Kirche, aber auch von ökumenischen Begegnungen anlässlich  der Festlichkeiten rund um den 1.200 Jahrestag der Ankunft des heiligen Ansgars in Dänemark:

„Das waren sehr wertschätzende, sehr schöne Begegnungen, feierliche Gottesdienste, volle Kirchen. Und da merkte man so den Schwung der der Christen hier, die ja katholischerseits jedenfalls eine ganz kleine Zahl sind - man spricht von etwa 50.000 Katholiken, die es hier gibt. Die evangelische Kirche ist mit 70 Prozent der Bevölkerung vertreten. Also das war schon ein beeindruckender Besuch. Wir haben die Gastfreundschaftlichkeit der der dänischen Kirche hier auf das Vollste genossen."

Hier im Audio

Der katholische Bischof von Kopenhagen, Czeslaw Kozon, erhofft sich, dass der heilige Ansgar den Leuten bekannter wird:

„Ich glaube nicht, dass viele tagtäglich an den heiligen Ansgar denken. Aber ich hoffe, dass er mit diesem Jubiläum doch wieder ins Gedächtnis gerufen wird und vor allem, dass der Glaube dann auch einen Schub nach vorne bekommt. Es geht zwar um den heiligen Ansgar als als Missionar, aber vor allem geht es ja um den Glauben, den er uns gebracht hat. Ich hoffe, dass das auch glaubensfördernd sein kann, dass wir ihn so feiern."

Im Hintergrund der Feierlichkeiten schwelte immer wieder auch die Grönlandfrage, nachdem US-Präsident Donald Trump jüngst die Übernahme erwägte. Eine militärische Übernahme der USA scheint aktuell vom Tisch, aber... 

„... die Leute sind schon darüber besorgt, dass die bisherige Weltordnung irgendwie am Zerbröckeln ist. Vielleicht glauben sie nicht, dass das Schlimmste passiert, aber trotzdem sorgt das für  Sorgen und Ängste. Es es ist erfreulich, ermutigend, dass wir so viel Solidarität spüren aus anderen Ländern. Das ist sehr erfreulich und ich glaube, dass hat auch Dänemark und Grönland etwas enger aneinander gebunden. Wir sind für jedes positive Zeichen dankbar. Wir wissen aber auch, dass das die Lage sich über Nacht verändern kann", erzählt der Bischof von Kopenhagen. Die Feierlichkeiten beeinträchtige die Lage jedoch nicht. 

Grönland-Frage immer wieder Thema

Hamburgs Erzbischof Stefan Heße hat seinen Besuch in Dänemark auch genutzt, um Solidarität zu bekunden:

 „Ich habe versucht, in meinem Grußwort zum Ausdruck zu bringen, dass wir als Europäer zusammenstehen und uns nicht von Dänemark und Grönland weg dividieren lassen. Und da gab es dann großen Beifall. Ich habe zum Ausdruck gebracht, dass der heilige Ansgar ein wirklich europäischer Mann war. Der kommt ja aus Frankreich, der war in unserer Region, in Deutschland; er ist dann über die Grenze hoch nach Dänemark, nach Schweden. Der ist eigentlich ganz weit rumgekommen und hat das Ganze irgendwie aber auch zusammengehalten - Ja, und das müssen wir gerade in diesen Zeiten leben und uns nicht auseinanderdividieren und trennen lassen", betont der Hamburger Erzbischof. 

„Ich habe versucht, in meinem Grußwort zum Ausdruck zu bringen, dass wir als Europäer zusammenstehen und uns nicht von Dänemark und Grönland weg dividieren lassen“

Beten und Solidarität zeigen

 „Ich denke aber auch an diese irrsinnigen Besitzansprüche - wie Trump das formuliert auf ein Stück Eis - was ja in keiner Weise den Menschen, die dort leben und der Tradition und dem Völkerrecht gerecht wird. Also beten auf jeden Fall und Solidarität zeigen" - empfiehlt Erzbischof Heße sowohl in dieser Lage als etwa auch mit Blick auf die Ukraine. Nach seinem Besuch in der Diaspora-Kirche in Dänemark reist er zuversichtlich zurück nach Deutschland:

„Ich habe den Eindruck, es ist eine wachsende, eine junge Kirche, die man hier in Dänemark erleben kann. Und das macht Hoffnung und hat nochmal sensibilisiert für deren Situation. Und ich glaube, alles was die Beziehungen stärkt ist ist etwas Gutes für die Zukunft."

(vatican news)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

26. Januar 2026, 12:10