Pressestatement zum Auftakt der sechsten Synodalversammlung mit dem Präsidium des Synodalen Weges an diesem Freitag Pressestatement zum Auftakt der sechsten Synodalversammlung mit dem Präsidium des Synodalen Weges an diesem Freitag 

D: Emotionale Debatten bei Synodalversammlung in Stuttgart

Nach rund sechs Jahren intensiver Beratungen biegt der Synodale Weg auf seine Zielgerade ein. Bei der abschließenden Vollversammlung in Stuttgart betonten die Verantwortlichen der katholischen Kirche in Deutschland am Freitag, dass der Reformprozess trotz des Etappenendes dauerhaft fortgesetzt werden soll. Im Fokus stand neben der Missbrauchsaufarbeitung vor allem die Verstetigung des Dialogs zwischen Bischöfen und Laien.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Mit einer inhaltlichen Bestandsaufnahme begann der zweite Tag der Versammlung. Beate Gilles, Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), stellte klar, dass das Treffen in Stuttgart kein „Finale“ des Reformdialogs sei. Vielmehr handle es sich um den Abschluss einer wichtigen Etappe auf einem längeren Weg. Zuvor hatten die 177 anwesenden Synodalen Bilanz über jenes Projekt gezogen, das 2019 gemeinsam von den Bischöfen und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) initiiert worden war.

Zum Nachhören - was in Stuttgart debattiert wurde

Fortschritte und Mahnungen bei der Aufarbeitung

Der Vormittag war dem sensiblen Thema der Missbrauchsaufarbeitung gewidmet. Aachens Bischof Helmut Dieser und Johannes Norpoth vom Betroffenenbeirat informierten über den aktuellen Stand. Norpoth hob hervor, dass die Kirche im Bereich der Prävention sichtbare Fortschritte erzielt habe. Dennoch bleibe die Herausforderung bestehen, eine „wirklich betroffenenorientierte innere Haltung“ vollständig zu verankern. Auch das System der Anerkennungsleistungen wurde kritisch hinterfragt, um Retraumatisierungen künftig besser zu vermeiden.

Pressestatement zum Auftakt der sechsten Synodalversammlung mit dem Präsidium des Synodalen Weges
Pressestatement zum Auftakt der sechsten Synodalversammlung mit dem Präsidium des Synodalen Weges

Perspektiven für die Zusammenarbeit

Ein zentraler Punkt der Versammlung war die Frage, wie die bisherigen Beschlüsse – etwa zur Rolle der Frau oder zum Umgang mit Vielfalt – in den Bistümern umgesetzt werden können. Der Würzburger Bischof Franz Jung und Birgit Mock (ZdK) führten in die Diskussion über die Verstetigung der Ergebnisse ein.

In diesem Zusammenhang wurde auch die künftige „Synodalkonferenz“ thematisiert, die ab Herbst die Beratungen fortführen soll. Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck zeigte sich optimistisch, dass eine entsprechende Satzung bald in Rom abgestimmt werden kann: „Ich bin zuversichtlich, dass Rom die Satzung der künftigen Synodalkonferenz für die Kirche in Deutschland genehmigen wird.“ Er kündigte an, in Kürze zu abschließenden Klärungsgesprächen in den Vatikan zu reisen.

Herausforderungen in der Kommunikation

In den vertiefenden Gesprächen am Rande der Versammlung kamen auch Herausforderungen zur Sprache. DBK-Vorsitzender Georg Bätzing berichtete von den Bemühungen, den Gesprächsprozess mit der römischen Kurie konstruktiv zu gestalten. Er wertete die jüngsten Treffen mit Vertretern des Vatikans als „respektvoll, vertrauensvoll und zielorientiert“.

Gleichzeitig gab es von Seiten der Laienvertreter auch Hinweise auf kommunikative Hürden. Birgit Mock thematisierte in einer Wortmeldung die Schwierigkeit, auf offizielle Schreiben aus Deutschland direkte Antworten zu erhalten. Bischof Bätzing ergänzte, dass er mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin auch über den nötigen gegenseitigen Respekt zwischen dem Synodalen Weg und Rom gesprochen habe.

Die Weltsynode als Rahmen

Generalsekretärin Gilles unterstrich abschließend, dass sich der deutsche Weg und die von Papst Franziskus angestoßene Weltsynode keineswegs widersprächen, sondern sich gegenseitig ergänzten. Die mitunter auftretenden Spannungen zwischen verschiedenen Ebenen bezeichnete sie als „produktiv“.

Am Samstag soll die Versammlung mit einer abschließenden Erklärung enden, die den Rahmen für die kommenden Jahre der kirchlichen Erneuerung in Deutschland absteckt.

(vatican news)

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30. Januar 2026, 14:30