Bei einer Sitzung des Synodalen Weges in Frankfurt 2023 Bei einer Sitzung des Synodalen Weges in Frankfurt 2023  ((Foto: Synodaler Weg / Maximilian von Lachner))

D: Letzte Synodalversammlung tagt

Vor gut sechs Jahren startete das Reformprojekt Synodaler Weg zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland. Ab diesem Donnerstag zieht die sechste und letzte Synodalversammlung von Bischöfen, Ordensleuten und Laien in Stuttgart drei Tage Bilanz.

Im Fokus steht eine Evaluation des teils umstrittenen Synodalen Weges, der seinerzeit unter dem Eindruck des Missbrauchsskandals ins Leben gerufen wurde. Zentrale Themen waren Macht, Rolle der Frauen, Sexualmoral und priesterliche Lebensform. Der Vatikan zeigte im Verlauf des Prozesses immer wieder Grenzen auf.

Nicht alle mit dabei

Zwei prominente Kritiker des Synodalen Wegs, der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, nehmen nicht an der Abschlusssitzung teil. Auch die Kölner Weihbischöfe Ansgar Puff, Dominikus Schwaderlapp und Rolf Steinhäuser sind nicht dabei. Kardinal Woelki sagte dem Domradio, für ihn sei der Synodale Weg abgeschlossen und verwies auf grundlegend verschiedene Auffassungen von Synodalität. Das Bistum Regensburg teilte mit, Bischof Voderholzer reise wegen einer Terminkollision mit der Vollversammlung des vatikanischen Dikasteriums für die Glaubenslehre nicht nach Stuttgart. Am Donnerstag ist zu diesem Anlass eine Audienz der Dikasteriums-Mitglieder beim Papst geplant.

Woelki, Voderholzer sowie die Bischöfe Stefan Oster (Passau) und der inzwischen emeritierte Gregor Maria Hanke (Eichstätt) sehen das Reformprojekt der katholischen Kirche in Deutschland kritisch. Sie hatten zwar an den Sitzungen des Synodalen Wegs teilgenommen, unter Verweis auf Vorbehalte aus Rom aber nicht am Synodalen Ausschuss, der eine ständige Synodalkonferenz vorbereiten sollte.

15 Papiere verabschiedet

Der Synodale Weg wurde von der Deutschen Bischofskonferenz zusammen mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) initiiert. ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp und der Bischofskonferenz-Vorsitzende Georg Bätzing stehen dem Projekt als Präsidenten vor.

Die inhaltliche Arbeit des Synodalen Wegs wurde auf der fünften Synodalversammlung im März 2023 beendet. Insgesamt verabschiedete das rund 230 Mitglieder umfassende Gremium 15 Papiere. Zu den greifbarsten Ergebnissen zählten eine Liberalisierung des kirchlichen Arbeitsrechts sowie die Möglichkeit zur Segnung von homosexuellen Paaren.

In den vergangenen beiden Jahren bereitete ein Interimsgremium, der Synodale Ausschuss, die Einsetzung einer bundesweiten Synodalkonferenz vor. In dieser sollen die gemeinsamen Beratungen und Beschlussfassungen von Bischöfen und Laien verstetigt werden. Die Synodalkonferenz könnte sich - vorbehaltlich der Zustimmung aus Rom - im November konstituieren.

(kna – pr)

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29. Januar 2026, 09:14