D: Kardinal Marx sieht Demokratie in Gefahr
„Die Demokratie ist in schweren Gewässern“, sagte Marx am Montag in Bonn. Wie zerbrechlich diese Demokratie sei, hätten viele allzu lange unterschätzt. Dabei zeige ein Blick auf die Anfänge des NS-Regimes, wie schnell die Verhältnisse kippen könnten. „Man wird unruhig“, so Marx.
Eindringlich rief der Kardinal zur Verteidigung der Menschenwürde auf. In diesem Zusammenhang sei auch die Kirche gefragt: „Kirche muss den Mund aufmachen“. Von vielen Seiten würden die Errungenschaften der Moderne inzwischen infrage gestellt, beklagte der Erzbischof von München und Freising. Er habe sich zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn nicht träumen lassen, dass Kirche einmal zur Verteidigerin von Freiheit und Aufklärung werden müsse.
Für eine freie und offene Gesellschaft
Gerade mit ihrem Engagement im Medienbereich wolle Kirche in die Gesellschaft hineinwirken, fügte der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz hinzu. Eine Kirche, die sich zurückziehe oder die Welt als einen Unglücksfall betrachte – „das wollen wir nicht“, so Marx: „Wir wollen eine freie, offene Gesellschaft“.
Mit Vorsicht kommentierte Marx eine Äußerung von Papst Leo zum Thema Meinungsfreiheit. Er hätte sich gewünscht, dass der Papst hier konkreter geworden wäre, sagte Marx. In seiner ersten Neujahrsansprache an die beim Vatikan akkreditierten Diplomaten hatte Leo XIV. eine zunehmende Einschränkung der Meinungs- und Gewissensfreiheit in der westlichen Welt beklagt. Aus seiner Sicht, so Marx, wäre es besser gewesen, der Papst hätte hier konkretere Beispiele genannt.
Marx äußerte sich bei einem Fest des Medienunternehmens PubliKath . Die PubliKath GmbH ist aus der Umstrukturierung des Katholischen Medienhauses hervorgegangen. Zu ihr gehören die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA), die Internetplattformen katholisch.de und filmdienst.de sowie mehrere Partnerportale.
(kna – sk)
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