Globale Wasserkrise: Bündnis fordert Kurswechsel in der Agrarpolitik Globale Wasserkrise: Bündnis fordert Kurswechsel in der Agrarpolitik  (AFP or licensors)

„Wasser ist keine Ware“: Hilfswerke fordern gerechten Zugang

Während in Berlin die Internationale Agrarministerkonferenz tagt, schlägt ein Bündnis namhafter Hilfswerke und Agrarorganisationen Alarm. In einer an diesem Samstag veröffentlichten Mitteilung fordern sie einen ungehinderten Zugang zu Wasser und eine grundlegende Reform der Agrarpolitik, um die globale Ernährungssicherheit nicht zu gefährden.

Seit Mittwoch beraten Agrarminister aus aller Welt in Berlin über die Zukunft der Landwirtschaft. Für das Bündnis, dem unter anderem die kirchlichen Hilfswerke Brot für die Welt und Misereor sowie die Organisationen Fian, Inkota und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) angehören, steht fest: Das Recht auf angemessene Nahrung und Wasser muss als zentrales Ziel in der nationalen und internationalen Politik verankert werden.

Konferenz in Berlin
Konferenz in Berlin

Wasserknappheit als existenzielle Bedrohung

Wasser sei zwar die wichtigste Ressource für das Leben, werde jedoch durch die Klimakrise und die industrielle Landwirtschaft immer knapper – sowohl im Globalen Süden als auch in Europa. Das Bündnis warnt eindringlich davor, den Zugang zu dieser Lebensgrundlage den Marktmechanismen zu überlassen.

„Wenn Wasser zur Ware wird, verlieren wir unsere Lebensgrundlagen“, warnte Lucia Birkmeir von der jungen AbL. Sie betonte die Notwendigkeit klarer Regeln: „Ohne klare Regeln und gezielte Förderprogramme verlieren wir Böden, Höfe und am Ende unsere Ernährungssicherheit.“

Konferenz in Berlin
Konferenz in Berlin   (ANSA)

Agrarsubventionen an Bedingungen knüpfen

Ein konkreter Hebel für Veränderungen liegt aus Sicht der Unterzeichner in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union. Sie fordern die EU-Agrarminister auf, staatliche Gelder künftig konsequent an soziale und ökologische Leistungen der Landwirte zu binden.

Dazu zählen insbesondere Maßnahmen, die das Klima schützen und die Biodiversität fördern. Nur durch eine solche Neuausrichtung der Förderströme könne sichergestellt werden, dass die Landwirtschaft nachhaltig agiert und die kostbare Ressource Wasser schont.

Ein breites internationales Bündnis

Der Appell wird von einer vielfältigen Koalition getragen, die über die deutschen Grenzen hinausreicht. Neben den großen kirchlichen Werken und deutschen Bauernvertretern gehört auch die kenianische Organisation Inkota zu den Initiatoren. Gemeinsam unterstreichen sie, dass der Kampf um das Wasser eine globale Herausforderung ist, die auf dem Berliner Gipfel nicht länger ignoriert werden darf.

(pm/kna - mg)

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17. Januar 2026, 13:50