D: Hohe Auszeichnung für Stiftung Pro Oriente
Mario Galgano - Vatikanstadt
Vor hochrangigen Gästen aus Kirche und Politik wurde die Organisation als unverzichtbarer Akteur für den Frieden in Europa und im Nahen Osten gewürdigt.
Erzbischof Job Getcha, Metropolit von Pisidien und Ko-Vorsitzender des offiziellen theologischen Dialogs zwischen Rom und Konstantinopel, bezeichnete die Stiftung in seiner Laudatio als einen „Leuchtturm des theologischen Dialogs“. Er hob hervor, dass Pro Oriente weit mehr leiste als rein akademischen Austausch.
Hoffnung gegen die Zersplitterung
Besonders beeindruckt zeigte sich der Erzbischof vom Engagement der Stiftung für die junge Generation. Durch ökumenische Workshops und Foren trage die Stiftung dazu bei, gerade in Krisenregionen wie der Ukraine oder dem Nahen Osten „die Verzweiflung und Zersplitterung in Hoffnung, Zugehörigkeitsgefühl und ein gemeinsames Engagement für das Gemeinwohl umzuwandeln“. Dies sei ein entscheidender Beitrag für die Zukunft der christlichen Kirchen und der Gesellschaft insgesamt.
Unter den Gästen der Preisverleihung befand sich auch der Grazer Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl, der die Verbundenheit der österreichischen Kirche mit der 1964 von Kardinal Franz König gegründeten Stiftung unterstrich.
Ansporn für neue Räume des Dialogs
Stiftungspräsident Clemens Koja nahm die undotierte Auszeichnung, die alle zwei Jahre von der Fokolar-Bewegung vergeben wird, mit Dank entgegen. Er betonte, dass der Preis nicht nur eine Rückschau auf Geleistetes sei, sondern vor allem ein „Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen“.
Besonders am Herzen liege ihm dabei die Arbeit mit jungen Menschen im Osten und Westen. Die Auszeichnung ermutige dazu, „Räume des Dialogs zu öffnen, wo sichtbare oder unsichtbare Grenzen Menschen aus den verschiedenen Kirchen daran hindern, einander als Schwestern und Brüder im Glauben wahrzunehmen“, so Koja in seiner Dankesrede.
Ein Erbe der Versöhnung
Der Klaus-Hemmerle-Preis erinnert an den 1994 verstorbenen Aachener Bischof, der als leidenschaftlicher Brückenbauer zwischen Religionen und Weltanschauungen galt. Die Fokolar-Bewegung ehrt damit Persönlichkeiten und Institutionen, die diesen Geist der Geschwisterlichkeit weitertragen.
Pro Oriente reiht sich damit in eine Liste prominenter Preisträger ein, darunter der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. und Kurienkardinal Michael Czerny. Die Gründung der Stiftung während des Zweiten Vatikanischen Konzils markierte den Beginn einer neuen Ära der Zusammenarbeit, die heute, angesichts globaler Spannungen, wichtiger denn je erscheint.
(pm/kap)
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