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Ein Mitglied des Winterbadevereins „Berliner Seehunde“ am 1. Januar 2026 beim traditionellen Neujahrsbad des Vereins am Oranke-See in Berlin (Foto: Tobias SCHWARZ / AFP) Ein Mitglied des Winterbadevereins „Berliner Seehunde“ am 1. Januar 2026 beim traditionellen Neujahrsbad des Vereins am Oranke-See in Berlin (Foto: Tobias SCHWARZ / AFP)  (AFP or licensors)

D Bischofskonferenz: Jahreswechsel zu Perspektivwechsel nutzen

Zu einem bewussten Perspektivwechsel im neuen Jahr hat der katholische Limburger Bischof Georg Bätzing am Silvesterabend ermutigt. „Fehlt es eigentlich an guten Nachrichten - oder erzählen wir zu wenig davon?", fragte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) laut der von der DBK veröffentlichten Predigt bei der Eucharistiefeier zum Jahresabschluss im Frankfurter Sankt-Bartholomäus-Dom am Mittwochabend.

Hoffnung entstehe dort, wo Menschen Verantwortung übernähmen und auf die Gnade Gottes vertrauten, betonte der Limburger Bischof. Viele Menschen schauten keine Nachrichten mehr - nicht aus Desinteresse, sondern weil es sie einfach zu traurig mache. Deshalb brauche es Erzählungen, die Mut machen. Unkontrollierte Mediennutzung könne insbesondere für Kinder und Jugendliche eine Gefahr darstellen, so Bätzing, der zugleich auch den eigenen Umgang mit dem Smartphone kritisch ansprach: 

„Der Medienkonsum in einer zunehmend digitalen Welt stellt uns vor Herausforderungen. Hin und wieder ertappe ich mich dabei, viel zu viel Zeit am Smartphone zu verbringen, auch wenn ich es gar nicht wollte."

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing

„Hin und wieder ertappe ich mich dabei, viel zu viel Zeit am Smartphone zu verbringen, auch wenn ich es gar nicht wollte“

Zugleich könne Langeweile zur „Mutter der Kreativität" werden, betonte Bätzing laut dem von der DBK veröffentlichten Predigt-Text. Es lohne sich daher, Kindern und Jugendlichen Freiräume zuzutrauen - dann sei es „unglaublich, was in ihnen alles steckt".

Konkrete Mutmacher

Als konkrete Mutmacher nannte der Bischof ein Projekt der kirchlichen Flüchtlingshilfe im Bistum Limburg, außerdem einen sprunghaften Anstieg der Erwachsenen, die sich im Nachbarland Frankreich taufen ließen. Auch in Deutschland habe eine Umfrage jüngst ergeben, dass etwas mehr als die Hälfte der jungen Katholiken sich erneut für die katholische Kirche entscheiden würde. Ihm selbst mache diese Entwicklung Mut, sagte Bätzing. Und: „Jeder Christ, jede Glaubende ist ein Wunder der Gnade Gottes."

„Jeder Christ, jede Glaubende ist ein Wunder der Gnade Gottes“

Kirche müsse lernen, nicht von der Zugehörigkeit der Mehrheit auszugehen, sondern von unten hinauf zu zählen - so wie am Anfang des Christentums. Hoffnung habe ihren Ursprung im Neuanfang, fügte der Bischof hinzu. Die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel seien daher ein Ansporn, „gute Nachrichten aufzuspüren von dem, was neu beginnt - und sie weiterzuerzählen".

Buchtipp vom Bischof

Der Bischofskonferenz-Chef hatte auch noch einen Buchtipp parat: „In seinem lesenswerten Büchlein  Der Geist der Hoffnung. Wider die Gesellschaft der Angst (2024) beschreibt der Philosoph und Kulturwissenschaftler Byung-Chul Han den notwendigen Dreh im Denken folgendermaßen: ,Das Denken der Hoffnung orientiert sich nicht am Tod, sondern an der Geburt. (…) In-die-Welt-kommen als Geburt ist die Grundformel der Hoffnung`. Gerade haben wir das Geburtsfest Jesu gefeiert. Ein neues Jahr beginnt: ein Ansporn, gute Nachrichten aufzuspüren von dem, was neu beginnt, und sie weiterzuerzählen."

„Ein neues Jahr beginnt: ein Ansporn, gute Nachrichten aufzuspüren von dem, was neu beginnt, und sie weiterzuerzählen“

(dbk/kna - sst)

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01. Januar 2026, 15:11