D: „Gerechtigkeitslücke“
Gleichzeitig stelle sie fest, „dass sich Geduld auch auszahlt“, so Stetter-Karp in einem Interview für die Weihnachtsausgabe der „Rheinischen Post“. Zur Debatte über eine Weihe von Frauen zur Diakonin äußert sie, die Zeit dränge:
„Wir haben nicht fünf vor zwölf, sondern bereits viele Minuten nach zwölf. Ich sehe, dass Frauen per se hier eine Grenze aufgezeigt wird, die theologisch längst nicht mehr unhinterfragt ist. Deshalb fällt es mir besonders schwer, mich in Geduld zu üben... Warum sollen Berufungen nicht anerkannt werden, nur weil sie Frauen erfahren? Meine Kirche hat eine ganz große und bedrängende Gerechtigkeitslücke. Und das wird inzwischen auf allen Kontinenten – unterschiedlich stark – so gesehen.“
In dem Gespräch geht die ZdK-Präsidentin auch auf die geplante Synodalkonferenz ein, die den Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland (Synodaler Weg) verstetigen soll. Der Vatikan muss noch die Satzung des neuen Gremiums billigen. Das bereitet Stetter-Karp kein Kopfzerbrechen.
„Ich habe im Moment keine Sorge, dass sie nicht stattfinden wird. Wir haben viel investiert in Gespräche im Vatikan: die Bischöfe mit ihrer Delegation und wir Laien in den vergangenen drei Jahren auch über unsere Wege. Der Satzungsentwurf wurde mit den Verantwortlichen im zuständigen Dikasterium besprochen, und es wurden Anregungen, auch einzelne Veränderungswünsche aufgenommen. Das heißt, alles, was wir tun konnten, wurde getan. Und deshalb haben wir Grund, mit gutem Mut ins neue Jahr zu gehen.“
(rp – sk)
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