Ö/D: Appelle zum Abschluss des Heiligen Jahres
Die Abschlussmesse in der Diözese Eisenstadt war gleichzeitig der Auftakt der diözesanen Sternsingeraktion. Unter den Sternsingerkindern war auch eine Gruppe aus Frauenkirchen, die am Neujahrstag die Festmesse mit Papst Leo XIV. im Petersdom in Rom mitfeiern wird.
Als „Pilger der Hoffnung“ im Alltag bewähren
Bischof Ägidius Zsifkovics rief in seiner Predigt im Martinsdom die zentralen Inhalte des zu Ende gehenden Jubiläumsjahres in Erinnerung: Christen sollen sich als „Pilger der Hoffnung“ im Alltag bewähren und dabei Jesus Christus in das Zentrum ihres Lebens stellen.
In diesem Zusammenhang unterstrich der Bischof die Bedeutung des Kreuzes als zentrales christliches Symbol. „Gerade in Zeiten von Krisen und Umbrüchen braucht es in Kirche und Gesellschaft den Blick auf das Kreuz und die Person Jesu Christi“, sagte der Bischof und warnte vor einer „falsch verstandenen Säkularisierung“, bei der das Kreuz im öffentlichen Raum abgelehnt werde. „Mit dem Verschwinden des Kreuzes verdunsten auch der Glaube und unsere christlichen Werte, weil wir Menschen auch Zeichen brauchen, die uns an Gott, Glaube, Kirche und christliche Werte wie Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Vergebung, Versöhnung und Frieden erinnern.“
Angesichts zahlreicher Krisen in Gesellschaft, Familie und Welt plädierte der Bischof dafür, die „Hoffnung dorthin zu tragen, wo sie verlorengegangen ist“. Wo sich Hoffnungslosigkeit, Resignation und Gleichgültigkeit breit mache, werde ein fruchtbarer Boden für Scharfmacher, Populisten und Demagogen mit ihren spalterischen und hasserfüllten Parolen bereitet. „Anstatt den Menschen Hoffnung zu geben, werden Angst, Hass und Nationalismus verbreitet und so unsere Familien, Gemeinden, Länder und Gesellschaften vergiftet und gespalten, hier bei uns, in Europa und auch weltweit. Die Folgen dieser Politik erleben wir gerade heute“, warnte der Bischof.
Hoffnung als Gegenmittel gegen Populismus
Christen sollten sich demgegenüber „mit Erbarmen, Güte, Demut, Milde und Geduld bekleiden“, so der Bischof unter Verweis auf den Apostel Paulus, der schrieb: „Ertragt einander und vergebt einander, liebt einander und seid dankbar.“ Diese Worte seien, so Zsifkovics, „eine Anleitung für ein christliches Miteinander in unseren Familien und Pfarrgemeinden, sie helfen mit, heute christliche Familie und Gesellschaft aufzubauen und tragen bei zum Zusammenleben, Zusammenhalt, Frieden in der Welt.“
Der Aachener Bischof Helmut Dieser verwies beim Festgottesdienst zum Abschluss des Heiligen Jahres auf die gemeinschaftliche Dimension der Hoffnung aus dem Glauben.
„Sie wird zu einer gemeinsamen Hoffnung, wenn wir Einzelne den Mut haben, uns dem Werk Gottes unterzuordnen, einzugliedern, mitzuwirken, alle mit den Gaben, die wir je persönlich empfangen haben“, betonte Dieser im Aachener Dom. „Pilger der Hoffnung durften wir werden und sollen es auch bleiben“, so der Bischof, der zu einem guten Miteinander der Geschlechter und Generationen aufrief. Heilige Zeiten im Leben der Kirche seien „wie eine geistliche Kur oder Reha, die lange positiv nachwirken soll“, erklärte der Bischof.
„Gott hat immer den längeren Atem! Er schafft denen, die auf ihn hoffen, unerwartet neue Lebensmöglichkeiten. Lassen wir uns gemeinsam von dieser Hoffnung beseelen, damit wir auch nach dem Heiligen Jahr Pilger der Hoffnung bleiben.“
Ausblick auf 2033
Der Münsteraner Weihbischof Rolf Lohmann forderte die Pilgerinnen und Pilger zum Abschluss des Heiligen Jahres 2025 dazu auf, die Impulse des Heiligen Jahres aufzugreifen und „die ,Hoffnungen' weiterzugehen“. Per Brief wandte sich der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für das Heilige Jahr am Sonntag an die Pilgernden: „Das Schließen der Heiligen Pforte ist kein Schlusspunkt. Es geht weiter! Das Heilige Jahr wirkt länger als es gedauert hat.“
Schon jetzt gehe der Blick in Richtung des Jahres 2033, so Lohmann. Papst Leo XIV. hatte für dieses Jahr ein weltweites Christentreffen in Jerusalem in Aussicht gestellt; eine konkrete Ankündigung gibt es dazu allerdings noch nicht. Weihbischof Lohmann sagte in Bezug auf das Jubiläumsjahr, es gelte - in Erinnerung an Tod und Auferstehung Jesu vor 2000 Jahren - in Jerusalem ein Zeugnis des Glaubens und der Einheit aller christlichen Konfessionen zu geben. Der Weihbischof lud dazu ein, bis dahin über den Sendungsauftrag der Kirche nachzudenken: „Wie wollen wir in unserem Land in Tat und Wort Zeugnis von der Frohen Botschaft geben? Wie wollen wir uns pastoral-seelsorglich aufstellen, um nahe bei den Menschen zu sein, auch wenn wir als Christinnen und Christen nur noch eine Minderheit in unserer Gesellschaft sind?“
Mit Zuversicht in die Zukunft
Wichtig sei es, die Fragen der Menschen ernst zu nehmen. „Wir müssen bereit sein, glaubwürdig Konsequenzen aus den Erfahrungen des Missbrauchs in unserer Kirche zu ziehen und mit Vertrauen die synodalen Prozesse in unserem Land und auf Weltebene weitergehen“, schreibt er. So wolle die Kirche Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit zurückgewinnen und „für den Dialog auf allen Ebenen verlässlicher Partner sein".
Er schaue dankbar auf das zurückliegende Heilige Jahr und denke dabei an viele Gespräche, Begegnungen und Aufbrüche, so Lohmann. Das Motto des Heiligen Jahres, „Pilger der Hoffnung“, habe gezeigt, dass die Hoffnung den christlichen Glauben auszeichne, selbst in einer Zeit, „in der sich viele Menschen um die Zukunft unseres Planeten sorgen“. Diese Zuversicht gelte es, in die kommende Zeit mitzunehmen.
(pm/kap/kna – pr)
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