Konflikt in Mauretanien Konflikt in Mauretanien  (AFP or licensors)

D: missio München warnt vor „stillen Katastrophen“ in Afrika

Während der Blick der Weltöffentlichkeit auf die Ukraine und den Gazastreifen gerichtet ist, spielen sich in vielen Teilen Afrikas menschliche Tragödien im Verborgenen ab. Zum Weltfriedenstag am 1. Januar fordert Wolfgang Huber, Präsident von missio München, mehr Aufmerksamkeit für vergessene Konfliktherde.

Zum Jahreswechsel mahnt das internationale katholische Hilfswerk missio München, die globalen Friedensbemühungen nicht auf die prominentesten Schauplätze zu beschränken. „Der Krieg in der Ukraine dauert unvermindert an, und die Gewalt im Gazastreifen hat unermessliches Leid über die Zivilbevölkerung gebracht“, erklärte missio-Präsident Wolfgang Huber am Dienstag. Doch hinter diesen weltpolitisch dominierenden Krisen verschärften sich in vielen Regionen Afrikas „stille Katastrophen“, die dringend humanitäre und politische Beachtung bräuchten.

Brennpunkte in Afrika: Hunger und Milizen

Besonders dramatisch beschreibt Huber die Lage im Südsudan sowie in der Demokratischen Republik Kongo. Im Südsudan bleibe die politische Situation hochgradig fragil; bewaffnete Auseinandersetzungen und eine drohende Hungersnot gefährdeten das Leben von Millionen von Menschen. Im Kongo hingegen versänken ganze Landesteile in einer Spirale aus Vertreibung und Perspektivlosigkeit, da die Gewalt zwischen rivalisierenden Gruppen immer wieder neu eskaliere.

Auch in der nordäthiopischen Region Tigray sei die Hoffnung auf stabilen Frieden nach dem Bürgerkrieg noch nicht erfüllt. missio-Projektpartner vor Ort berichten von anhaltenden lokalen Spannungen, die den Wiederaufbau erschweren.

Dschihadismus im Sahel

Ein besonderes Augenmerk legte Huber auf die Sahel-Zone, insbesondere auf Burkina Faso. „Dort ist der Frieden durch extremistische Gruppen massiv bedroht“, so der missio-Chef. Dschihadistische Milizen kontrollierten mittlerweile weite Teile des Staatsgebiets. Durch die Aufkündigung internationaler Sicherheitsbündnisse fehle der Bevölkerung jeglicher Schutz, was zu massiven Fluchtbewegungen innerhalb des Landes führe.

Die Kirche als Schutzraum

Inmitten dieser Unsicherheit seien es oft allein kirchliche Strukturen, die den Zusammenhalt der Gesellschaft noch gewährleisten könnten. „Unsere Partner berichten, dass es vielerorts allein kirchliche Strukturen sind, die den Menschen Halt geben – durch Bildung, humanitäre Hilfe und konkrete Schutzräume“, betonte Huber.

Zum Weltfriedenstag am 1. Januar erinnerte Huber daran, dass Frieden weit mehr sei als die bloße „Abwesenheit von Krieg“. Wahrer Friede gründe auf Gerechtigkeit, der Achtung der Menschenwürde und der Solidarität mit den Schwächsten. Das Evangelium sehe er hierbei als eine „Friedensbotschaft“, die dazu verpflichte, nicht wegzuschauen, sondern sich aktiv an die Seite der Leidenden zu stellen.

(kna/pm - mg)

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30. Dezember 2025, 10:42