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Caritas-Weihnachtsessen für Bedürftige, Archivbild 2023 Caritas-Weihnachtsessen für Bedürftige, Archivbild 2023  (ANSA)

DBK zu Armuts- und Reichtumsbericht: Maßnahmen müssen greifen

Anfang Dezember hat das Bundeskabinett den 7. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung vorgelegt. Der Vorsitzende der Kommission für karitative Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Stephan Burger, sieht den Bericht als Grundlage, um die soziale Lage in Deutschland einzuschätzen und wo nötig, zu verbessern. Er betont: „Soziale Maßnahmen müssen vor allem bei den Menschen ankommen, die die größten Nöte haben."

Dieter Waldraff und Stefanie Stahlhofen - Freiburg/Vatikanstadt

Der Bericht der Bundesregierung zeige, dass derzeit die Möglichkeiten der Unterstützung oft nicht in Anspruch genommen würden, so Erzbischof Burger. Dies war ein neuer Schwerpunkt im Bereich zu Vorjahren. Der Vorsitzende der Kommission für caritative Fragen der Deutschen Bischofskonferenz plädierte diesbezüglich für mehr Informationen und niedrigschwellige Angebote. Positiv hob er hervor: 

„Die systematische Einbindung der Perspektive von Menschen mit Armutserfahrung in dem Bericht ist begrüßenswert. Eine Frage, die angesichts des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels und weiterer Faktoren zunehmend zu einer Frage von Arm und Reich werden dürfte, ist die Sicherung einer menschenwürdigen Pflege für alle, die sie aufgrund von Alter, Krankheit oder Behinderung benötigen. Und hier braucht es kluge politische Weichenstellungen und eine gesamtgesellschaftliche Kraftanstrengung, um die Lasten solidarisch und gerecht zu verteilen."

zum Hören: Der Vorsitzende der Kommission für caritative Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Stephan Burger zum 7. Armuts- und Reichtumsbericht (Audio-Beitrag von Radio Vatikan)
Der Vorsitzende der Kommission für caritative Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Stephan Burger (Freiburg) bei einer Pressekonferenz (links)
Der Vorsitzende der Kommission für caritative Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Stephan Burger (Freiburg) bei einer Pressekonferenz (links)

„Es braucht kluge politische Weichenstellungen und eine gesamtgesellschaftliche Kraftanstrengung, um die Lasten solidarisch und gerecht zu verteilen“

Tätige Nächstenliebe

Der 7. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung ist mehr als 500 Seiten stark. Erzbischof Burger hat besonders berührt, 

„wie stark sich unsere Gesellschaft verändert, welchem großen Wandel sie unterworfen ist und dass eine Gesellschaft nur dann sich weiterentwickeln kann, wenn alle Kräfte im Miteinander unterwegs sind. Das wird in diesem Bericht noch einmal deutlich. Dazu werden wir letztlich auch aufgerufen: Wir müssen gesellschaftlich zusammenbleiben, zusammenhalten und dann können wir gemeinsam Zukunft entwickeln. Unser Dank gilt allen, die sich haupt- oder ehrenamtlich für Menschen in Not engagieren. Dieser karitative und solidarische Einsatz ist so unverzichtbar wie lobenswert. Das ist tätige Nächstenliebe.

„Wir müssen gesellschaftlich zusammenbleiben, zusammenhalten und dann können wir gemeinsam Zukunft entwickeln“

Kirche und Caritas spielen im Kampf gegen Armut eine bedeutende Rolle und wollen auch künftig verlässliche Partner für die Gesamtgesellschaft bleiben, so Erzbischof Burger:

„Wir bringen uns mit unseren Möglichkeiten ein, so gut wir können, mit unseren finanziellen Ressourcen, soweit es uns möglich ist. Da wollen wir verlässliche Partner auch für die Gesellschaft und für die Politik sein und bleiben. Das steht für mich außer Frage. Und das kann natürlich auch nur gelingen, wenn wir uns im gemeinsamen Austausch befinden und uns gegenseitig auf dem Laufenden halten über die gesamten Entwicklungen. "

Die Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz hat bereits im April 2025 die Bedeutung von Arbeit für die Entfaltung der menschlichen Person sowie für ein gelingendes Miteinander in ihrem Text "Die versöhnende Kraft der Arbeit. Ein Impulspapier zum gesellschaftlichen Zusammenhalt" hervorgehoben. Dieses Dokument ist als Broschüre in der Reihe Die Deutschen Bischöfe – Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen (Nr. 57) erschienen und kann unter www.dbk.de in der Rubrik Publikationen bestellt oder als PDF-Datei heruntergeladen werden.

(pm/dbk/vatican news - sst) 

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26. Dezember 2025, 09:31