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Österreich: Bischof von Feldkirch verteidigt Caritas

Der Bischof von Feldkirch, Benno Elbs, hat die Caritas gegen diverse Anschuldigungen von politischer Seite in Schutz genommen. Er sprach sich im Interview mit der „Tiroler Tageszeitung“ für einen respektvollen und auf Wertschätzung beruhenden politischen Dialog aus.

Zugleich betonte Elbs, der in der Österreichischen Bischofskonferenz für die Caritas zuständig ist, gegenüber der Zeitung, dass die Caritas von ihrem Grundauftrag her hochpolitisch sei. Das dürfe jedoch nicht mit „parteipolitisch“ verwechselt werden, so Elbs. 

Zum aktuellen politischen Diskurs in Österreich meinte Elbs: „Wir sollten sehr aufpassen, dass wir keine Feindbilder produzieren. Spaltung ist Gift für eine Gesellschaft und für die Zukunft einer Gesellschaft. Empathie, so sagen alle Wissenschaftler, wird darüber entscheiden, wie und in welchem Land wir leben werden. Um mit Papst Franziskus zu sprechen, bin ich ein Verfechter des Mutes und der Kultur des offenen Wortes, solange der Dialog auf Respekt und Wertschätzung basiert. Das ist entscheidend.“

Politische Instrumentalisierung des Heimatbegriffes

Auch eine politische Instrumentalisierung des Heimatbegriffes kritisierte er: „Heimat ist etwas zutiefst Menschliches, soll aber kein politischer Begriff sein, den eine Partei mit ihrer Wahlwerbung für sich reklamiert. Heimat hat mit Gastfreundschaft zu tun.“ Wenn Heimat hingegen als Abgrenzungs- und Ausgrenzungsbegriff verwendet werde, sei „es nicht das, was es psychologisch und theologisch bedeutet", warnte der Bischof.

Tatsache sei zudem, dass die Caritas mit ihrem Engagement keinerlei Gewinne erziele. Im Gegenteil, viele der vorgesehenen Leistungsentgelte des Staates, in dessen Auftrag die katholische Hilforganisation handelt, seien bei weitem nicht kostendeckend und es seien seitens der Caritas weitere Mittel aus Spendengeldern zugeführt worden. Auch die vielen tausend Ehrenamtlichen dürfe man nicht vergessen, so Elbs: „Österreichweit sind es rund 50.000, die im Rahmen der Caritas und durch ihr Engagement in der Caritas wunderbare Menschlichkeit gezeigt haben, die unbezahlbar ist.“

Hintergrund des Konfliktes zwischen der Caritas Österreich und der Bundesregierung war ein vorweihnachtliches Interview des Caritas-Präsidenten Michael Landau gewesen. Dieser hatte mit Blick auf die Politik der amtierenden ÖVP-FPÖ-Koalition von „schweren Empathiedefiziten" gesprochen. Dabei bezog er sich jedoch nicht auf den Bereich Asylpolitik, sondern auf die Neuregelung der Mindestsicherung. Führende FPÖ-Funktionäre hatten daraufhin der Caritas vorgeworfen, „profitgierig" und Bestandteil einer „Asylindustrie" zu sein. Der Generalsekretär der Caritas Österreich, Bern Wachter, hatte diese Vorwürfe bereits Anfang Januar deutlich zurückgewiesen.

(kap/vatican news – rl)

 

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12. Januar 2019, 14:30
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